Pfarrkirche Mariä Heimsuchung Utting

Die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung hatte im Mittelalter einen romanischen Vorgängerbau, eine Chorturmkirche mit gedrungendem Satteldach. In spätgotischer Zeit wurde ein Neubau errichtet, wobei der alte Turm übernommen wurde. Verschiedene Umbaumaßnahmen gingen einer durchgreifenden Umgestaltung des Langhauses im barocken Stil voraus.

Im Jahr 1769 stürzte der ohnehin baufällige Turm infolge eines Erdbebens ein und wurde 1773-74 nach Plänen von Leonhard Matthäus Gießl oder Franz Anton Kirchgrabner neu aufgebaut. Im Jahr 1819 wurden die beiden Seitenmauern des Langhauses wegen Einsturzgefahr neu aufgebaut, ebenso der Westgiebel. Die Chormauern wurden erhöht, so dass die Kirche nun einen durchlaufenden First erhielt. Länge und Breite des Kirchenschiffes scheinen vom Vorgängerbau übernommen worden zu sein.

Die Kirche von 1819 zeigt sozusagen verspätet noch einmal alle barocken Bau- und Gliederungselemente - zu einer Zeit also, als auch auf dem Land längst der Klassizismus Einzug in den Sakralbau gehalten hatte. Die doppelte Westempore wsurde 1986 durch eine einfache Empore mit Platz für die Orgel und Musiker ersetzt.

Eine Öffnung in der Nordwand schafft den Zugang zum freistehenden Erweiterungsbau von 1986. Dieser besteht aus einer lichtführenden und bergenden Umfassungsmauer und einem baldachinartig auf freistehende Pfeiler gesetzten Kuppelgewölbe. Die Stahlkonstruktion der Kuppel nimmt im Inneren auf das Korbbogengewölbe und die Stichkappen der alten Kirche Bezug und zeigt sich nach außen in der Dachform. Anschließend an den Erweiterungsbau befindet sich an dessen nordwestlicher Ecke die neue Sakristei mit einem Pultdach.

Der massige Ostturm aus dem Jahr 1774 ist ausgestattet mit Rechteckblenden am quadratischen Unterbau, das Glockengeschoss besitzt abgeschrägte Ecken. Der Turm endet in einer schönen Zwiebelhaube. Der mächtige, 1734 datierte, eichene Glockenstuhl trägt zwei wertvolle Glocken aus den Jahren1734 und 1736 aus der Gießhütte von Johann Christoph Thaller aus München. Die dritte, kleine Glocke wurde 1949 in Erding bei Karl Czudnochowsky gegossen.